Ich habe eine der günstigsten Hütten in Schweden gebucht die ich finden konnte und nun muss ich 18kg Ausrüstung zu Fuß dorthin bringen. Ich wiege 55kg und es ist meine erste Wanderung seit über 20 Jahren. Komm mit auf eine Tour in die abgelegene Idylle mitten im Wald.
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Vorbereitung
2023 habe ich die Nase gestrichen voll von der Großstadt und der riesigen, lärmenden Dauerbaustelle direkt vor unserem Fenster. Ein Jahr zuvor im Oktober hatte ich mit meiner Frau für eine Woche ein kleines Ferienhaus an einem See zwischen Vimmerby und Hultsfred gebucht und mich dort in die Landschaft und die Ruhe verliebt. Nun giere ich nach noch mehr Ruhe. Am liebsten will ich mich allein in den Wald verkriechen, viel wandern und einfach nur vor mich hin sinnieren. Das wäre seit langer Zeit meine erste Solotour und ich habe etwas Angst vor der Einsamkeit, aber der Drang nach Stille gewinnt. Ich begebe mich auf die Suche nach einer entsprechenden Hütte und werde nördlich von Mariannelund in der Nähe von Rumskulla fündig.
Ein Naturschutzgebiet liegt gleich daneben, ebenso wie ein Fluss und auch Katthult, wo die Filme mit Michel aus Lönneberga gedreht wurden. In Mariannelund kann ich einkaufen und muss dann etwa 15km zu Fuss bis zur Hütte wandern. Dort erwartet mich ein lauschiges Plätzchen mitten im Wald, ohne Stromanschluss und auch ohne Mobilfunkempfang, wie ich vor Ort erfahren habe. Ein Brunnen mit Trinkwasser ist vorhanden.
Als nächstes steht die Inspizierung unserer ollen Campingausrüstung auf dem Zettel. Ich werde einiges neu anschaffen müssen. Als erstes einen guten Rucksack. Ich bestelle auf gut Glück einen von Deuter im Sale und er passt perfekt. Dazu ein Tarp, günstige Trekkingschuhe von Decathlon und etwas Kleinkram, unter anderem eine topografische Karte der Region, die mir noch gute Dienste leisten wird. Angelzeug, Laptop, Kameraausrüstung… es läppert sich einiges zusammen und am Ende werde ich mit Verpflegung für die ersten zwei Tage bei den besagten 18kg landen. Daneben packe ich den Schlafsack ein UND Bettwäsche – die ist leider obligatorisch und wird vom Inhaber der Hütte gefordert.
01. September 2023 – Anreise nach Nässjö
Ich stehe pünktlich am Gleis und warte. Der EC nach Kopenhagen lässt sich viel Zeit und unter den Anwesenden macht sich erste Unruhe breit. Große Erleichterung, als der Zug endlich einfährt. Er bleibt kurz stehen, die Türen bleiben geschlossen – und dann setzt er sich wieder in Bewegung, ohne jegliche Ansage. Ratlose Gesichter allerorten, hektische Blicke aufs Handy. Die App der Bahn schweigt sich aus.
Schließlich ist klar: Die Verbindung fällt aus. Stinksauer gehe ich erstmal eine Zigarette rauchen und suche nach einer Alternative. Das Hotel in Nässjö ist gebucht und ich würde gerne noch heute dort ankommen. Siehe da: Später fährt noch ein Eurocity nach Fredericia und Aarhus in Dänemark. Dort könnte ich umsteigen und einen anderen Zug nach Kopenhagen nehmen.
Mit einem unwohlen Gefühl warte ich die zwei Stunden am Bahnhof ab. Schließlich fährt die Bahn ein und bringt mich bis nach Fredericia, wo die dänische Staatsbahn ob des Ansturms weitere Wagen an den Zug nach Kopenhagen koppelt. Er ist rappelvoll, aber bringt mich wohlbehalten ans Ziel. Nun noch über die Öresundbrücke nach Malmö. Wohlweislich hatte ich dort vier Stunden Aufenthalt geplant, da ich bereits meine Erfahrungen mit der Bahn machen durfte. Dieser Vorsprung ist nun auf eine Stunde zusammengeschrumpft. Alles richtig gemacht!
In Malmö bemühe ich mich um eine SIM Karte, aber es ist keine zu bekommen. Nicht weiter wild. Nach einem Snack besteige ich den X2000 nach Nässjö und komme reibungslos dort an. Dort kaufe ich gerade eben so viel ein, dass ich einen Tag in der Hütte überbrücken kann. Ich möchte zumindest einen Tag dort verbringen, ehe ich eine Einkaufstour machen muss. Mittlerweile dämmert es und ich sinke früh in mein Hotelbett, damit ich morgen fit bin.
02. September 2023 – Wandertag
Da ich Nässjö bereits kenne, finde ich den Weg zum Busbahnhof recht schnell. Die Blicke der Menschen beim Anblick eines halben Hemds in Shorts mit einem derart hohem Rucksack sind köstlich. Die alte Isomatte passt aber nun mal nicht rein und thront daher über meinem Kopf. Am Bahnhof wartet noch ein weiterer Backpacker auf den Bus, ansonsten bin ich von Pendlern umringt. Etwa eine Stunde später stehe ich in Mariannelund und laufe zielstrebig in Richtung Ortsausgang.
Ich werde ein kurzes Stück an der Straße entlang laufen und dann auf den Wanderweg „Sevedeleden“ abbiegen. Schließlich bin ich ja hier, um den Wald zu genießen! Ich komme besser mit dem Gewicht zurecht als gedacht, das Wetter ist gut und meine Laune steigt. Nach dem holprigen Start in Hamburg scheint es ja nun besser zu werden. Kurze Zeit später biege ich in einen Waldweg und auf den Sevedeleden ein. Der Waldweg wird rasch zum Trampelpfad und strebt steil bergauf. Ich bin ganz schön am pumpen und froh, als ich endlich oben ankomme.
Im weiteren Verlauf warten Gestrüpp, glitschige Balken und kleine Tümpel auf mich. Bereits jetzt machen sich Kompass und Karte bezahlt, denn die Navigation per Handy erweist sich an manchen Stellen als unzuverlässig. Ich möchte nicht auf die Fresse fliegen und komme nur sehr langsam voran.
In Rumskulla beschließe ich daher, wieder auf die Straße auszuweichen. Das macht die Füße lahm, aber ich bin trotzdem wesentlich schneller. Das letzte Stück zur Hütte führt mich dann wieder durch den Wald. Geschafft! Ich fühle mich sofort wohl und mache mich mit den Begebenheiten vertraut. Es gibt absolut keinen Handyempfang, aber dafür sehr viel Ruhe. Die Vorfreude auf morgen zieht mich noch früher ins Bett als gestern schon.
03. September 2023 – Durchatmen
Ich habe keinen Muskelkater, keine Blasen an den Füßen, keine Rückenschmerzen, aber die Erkältung meiner Frau mit nach Schweden gebracht. Die Füße schmerzen zwar, aber es hält mich nicht lange an der Hütte. Ich stiefele aus dem Kessel raus auf meinen Handyempfangsberg, von dem ich meine Liebsten erreichen kann. Eine kurze Meldung kann nicht schaden.
Anschließend wollte ich nur mal kurz die Angelstelle am Stangån auskundschaften. Aber wie alles hier ist es einfach nur außergewöhnlich schön, mit Schutzhütte, Feuerstelle und Schlafbänken. Darum bleibe ich etwas länger am Fluss und genieße die Stille.
Auf dem Rückweg komme ich am Brunnen vorbei, der etwa 200 Meter oberhalb des kleinen roten Häusschens liegt. Die Handpumpe ist nur ein Backup und eine nette Geste an vorbeikommende Wanderer. Im Haus kommt das Wasser per Schwerkraft aus der Leitung.
Wäsche gewaschen, den größten Schlüssel meines bisherigen Lebens benutzt, Wurst am Stock gegessen und viele Videos gedreht. Die Mücken sind erträglich. Morgen wird eingekauft.
04. September 2023 – Grundversorgung
Ich habe den Todesschnupfen und es ist niemand da, den ich volljammern könnte. Aber es hilft ja alles nix – ich muss einkaufen. Vor mir liegen 26km Fußweg. Der Rucksack ist die halbe Strecke weitgehend leer. Ich starte früh, damit ich auf dem Rückweg mit Gewicht im Rucksack nicht allzu lange in der prallen Sonne unterwegs sein muss. Unterwegs passiere ich immer wieder schnuckelige Häusschen, in die ich am liebsten auf der Stelle einziehen möchte.
In Mariannelund angekommen schmunzle ich über das rührige kleine Kino und kaufe möglichst kalorienreich ein. Ich will nicht mehr als 10kg schleppen. Der Einkauf sollte mir etwa sieben Tage reichen, da ich keine Wanderungen mit viel Gepäck durchführen werde. Bei einem Leichtgewicht wie mir hält sich der Kalorienbedarf in engen Grenzen – dafür habe ich aber auch keinerlei Reserven. Mein Körper erinnert sich auch prompt daran. Er verlangt nach einer Pause an einem nahegelegen See. Ich stopfe die extra dafür erworbenen Snacks in mich hinein.
Ich kämpfe mich auf der Straße zurück und mit meinen Hitzewallungen. Zwischendurch bietet die Straße nur spärlich Schatten. Mehrfach liege ich im Graben und fange mir dabei die erste Zecke ein. Es sollte nicht die letzte bleiben. Ich setze einen letzten Gruß in die Heimat ab, denn den Handyberg werde ich heute nicht mehr erklimmen. An der Hütte angekommen dauert es nicht mehr allzu lange, bis es dunkel wird. Aber ich weiß jetzt, wohin all die Socken verschwinden.
Okay, ich geb’s zu: Ein Sockenmagasin ist ein gemeinschaftliches Getreidesilo.
Den Abend verbringe ich bei Kerzenlicht und editiere meine Videos. Es gibt zwar ein kleines Solarmodul mit angeschlossener Powerstation und auch elektrisches Licht – aber ich will den Strom für meine Videoausrüstung aufsparen und genieße den schummrigen Kerzenschein. Damit stellt sich ein natürlicher Rhythmus ein. Ich wache auf wenn es hell wird und werde müde, wenn es dunkel wird.
05. September 2023 – Demut
Kurz nach dem aufwachen backe ich im Gasherd erstmal ein Brot. Seit ich hier in dieser Hütte bin, muss ich sehr auf meine Ressourcen achten.
Der Brunnen liefert zuverlässig gutes Trinkwasser, aber ein Planschbecken sollte man damit tunlichst nicht füllen wollen, sonst kann er trockenfallen und man muss warten bis er wieder Wasser führt.
Die Solarzelle hält bislang tapfer durch, allerdings habe ich auch nur mein Handy, mein Mac Book und meine Kameraakkus, die gefüttert werden wollen.
Warmes Wasser aus der Leitung? Gibt’s nicht. Wenn ich Wäsche waschen oder warm duschen möchte, muss ich einen Kessel Wasser heiß machen. Entweder auf dem Gasherd oder auf dem Feuer.
Das fühlt sich alles ganz toll an, aber führt einem auch vor Augen wieviel Zeit es kostet, so zu leben. Wenn man sich vorstellt, dass unsere Vorfahren so gelebt haben – inklusive Landwirtschaft – dann nötigt einem das schon sehr viel Respekt ab.
Belohnt wird man mit einer sagenhaften Stille. Ich sitze am Fluss und das einzige was ich höre, ist eine einsame, lachende Ente irgendwo in weiter Ferne. Aber ich hab 4G. Hier kann ich mich also hinschleppen, wenn ich mir ein Bein abhacken sollte.
06. September 2023 – Chillen
Ich beschließe, noch einen weiteren Tag herum zu gammeln. Dafür bin ich schließlich hier! Die Schutzhütte am Fluss gibt ein hervorragendes Büro ab. Es gibt zwar keinen Tischkicker oder Fritz-Cola, aber dafür literweise Autan. Um mein erstes Video hochzuladen, binde ich mein Handy an einen laaangen Stock, den ich an die Hütte lehne. Das funktioniert leidlich gut, aber schließlich ist es geschafft. Ich verlinke Dir die Videos am Ende des Beitrags.
Zurück an der Hütte wird erstmal der Grill angeworfen. Die Isterband ist eine Wurst mit einer ganz eigenen Konsistenz, fast schon bröselig, mit einem angenehm säuerlichen Geschmack. Als gebürtiges Dorfkind aus Hessen muss ich ihr das Prädikat „sehr gut“ ausstellen. Dazu gibt es ein Stück aus dem dicken Laib Käse und etwas Brot.
Abends versuche ich noch eine Langzeitbelichtung mit meiner Sony ZVE-10. Die kann immerhin 30 Sekunden lang belichten. Ich versage kläglich, aber werde mich nicht geschlagen geben. Es kann nur besser werden.
07. September 2023 – Ein dickes Ding
Heute geht es mit leichtem Gepäck ins Naturreservat Norra Kvill. Dort steht die Rumskullaeken. Mit ihrem Umfang von 13 bis 14,75 Metern in Brusthöhe gilt sie als der älteste und größte Baumstamm Schwedens und als eine der, wenn nicht gar die dickste Eiche in Europa. Sie ist 900 bis 1000 Jahre alt. Ich werde heute so um die 15km zurücklegen, ganz entspannt. Zuerst passiere ich ein altes Sägewerk am Sevedeleden, das etwa 300m von der Hütte entfernt liegt.
Wenn der Satz „Du bist dran mit Müll rausbringen“ einen kleinen Spaziergang bedeutet… Typisch schwedisch sind Mülltonnen, die einfach irgendwo an der Straße an der Einmündung eines Schotterwegs stehen. Hier liegt das dazugehörige Haus einen halben Kilometer weiter im Wald. Mittlerweile habe ich den Sevedeleden verlassen, um in die Richtung der Eiche zu gelangen.
Ich passiere einen Fluss und einige Kilometer später ist es an der Zeit für eine Mahlzeit. Zuvor hatte ich geräucherte Schinkenstreifen getrocknet. Die ergeben zusammen mit dem Käse und dem kohlehydratreichem Brot einen schönen Energieschub. Ich habe den Wald für mich alleine und begegne nur einmal kurz einem älteren Pärchen.
Frisch gestärkt nehme ich das letzte Stück in Angriff und stehe alsbald vor der wahrscheinlich dicksten Eiche Europas. Leider hat sie ihr natürliches Lebensende erreicht. Sie wird von Bändern zusammengehalten und nur noch vereinzelt sprießen frische Triebe. In der Vergangenheit hatte man Ketten statt Bänder genutzt. Dies hat dem Baum aber nicht besonders gut getan. Die schiere Masse beeindruckt mich nachhaltig.
Ich halte eine halbe Stunde inne und genieße die heidenartige Landschaft. Dann begebe ich mich auf den Rückweg. Dieser führt mich zurück auf den Sevedeleden. Der Weg ist durchaus anspruchsvoll. Er ist mit Baumhindernissen gespickt, an manchen Stellen zugewachsen und oftmals nicht klar zu erkennen. Man muss achtgeben, um die Markierung nicht zu verpassen. Sie besteht aus orangener Farbe an Felsen und Bäumen. Kannst Du sie im ersten Bild entdecken?
Ich beschließe mir einen Kaffee zu machen, weil im Wald alles dreimal so gut schmeckt wie sonst. Das Feuerverbot wurde vor einem Monat aufgehoben, da es endlich mal wieder genug geregnet hatte. Die Dürre hatte auch Schweden in den letzten Jahren im Griff.
Die Landschaft ist feucht wie ein Schwamm, an vielen Stellen steht und läuft Wasser und der Boden quatscht beim auftreten, dass es eine Freude ist. Ich habe Glück mit dem Wetter habe und ausgerechnet seit letzten Freitag scheint die Sonne. Totholzäste, die an umgefallenen Stämmen in die Luft ragen, sind trocken genug um ein Feuerchen zu machen.
Das Gestell ist eigentlich für einen Spritusbrenner gedacht. Als Holzkocher funktioniert es nicht besonders gut, da nicht genug Luft an die Flammen kommt. Für den Kaffee hat es mit etwas Puste aber gereicht.
Ich verlasse den Sevedeleden wieder und bin schon fast auf der Straße, da entdecke ich auf dem Handy eine Sehenswürdigkeit Namens „Jattegrytan“. Ein Bild gibt es davon nicht und ich beschließe spontan einen Umweg von 4km in Kauf zu nehmen. Ich bin neugierig. Kann ja nicht so lange dauern.
Wer die Landschaft dort kennt, der weiß dass dies eine gewagte Aussage ist. Die letzten 500m gestalten sich anspruchsvoll und nehmen viel Zeit in Anspruch. Schließlich hatte ich es geschafft und stand… vor einem Loch.
Wikipedia sagt: Gletschertöpfe oder Riesentöpfe (schwedisch Jättegryta) sind topf- oder schachtartige Vertiefungen in Felsgestein (Kolke), die durch fließendes Wasser im Bereich von Gletschereis entstehen.
Die Messung mit einem Stock ergab eine Tiefe von etwa 2 Metern, allerdings dürfte das Loch tiefer sein. Über die Jahre hat sich sicher eine Dicke Schicht am Grund angesammelt.
Wieder zurück machte ich noch ein Bild meiner Tagesausrüstung. Kamera, Ersatzfeuerzeug, Kochergestellt, Ersatzakkus, Speicherkarte, Taschenlampe, Ersatzbatterien, eine kleine Powerbank, Kompass, Karte, Stativ, Kaffee, Erste Hilfe Set, Schäufelchen und Papier. Dazu noch etwas zu essen. Nicht im Bild ist das Wasser und mein Messer.
Weil man beim Wandern ein Messer dabei haben muss, gefälligst.
08. September 2023 – Kindheitserinnerungen
Heute habe ich mich ausgehfein gemacht, denn an meinem Tagesziel werde ich sicher vielen Menschen in Campern mit Vollausstattung begegnen. Statt Katzenwäsche gab es also die zweite Dusche. Aber wie duscht der Typ da eigentlich mitten im Gepläns?
Die Antwort ist: Rustikal. Das Wasser wird auf dem Gasherd erwärmt, in ein Sprühgerät gefüllt und dann heißt es pumpen, bis der Arzt kommt.
Aufgefrischt begebe ich mich auf den Weg. Wieder auf den Sevedeleden, allerdings in anderer Richtung. Der Pfad führt mich von der Straße steil hinauf, bis ich schließlich auf einer Klippe stehe und den Blick schweifen lasse.
Nun geht es wieder steil bergab, teils mit Seilen, vielen querliegenden Baumstämmen und Wurzeln im Pfad. Glücklicherweise bin ich auf dem Hinweg mit dem schweren Rucksack auf die Straße ausgewichen. Das wäre sonst sehr beschwerlich geworden und hätte viel Zeit in Anspruch genommen. Nach einigen Kilometern verlasse ich den Wald und laufe an Feldern entlang, bis ich an meinem Ziel angekommen bin: Vor mir liegt Katthult, die Heimat von Astrid Lindgrens Michel. Wie erwartet ist es gut besucht und ich habe Mühe, meine Schnappschüsse frei von anderen Menschen zu halten.
In Schweden heißt Michel übrigens Emil. Der Hof ist bewohnt und es gibt auch einen kleinen Laden sowie ein Cafe, aber außerhalb der Saison ist beides geschlossen. Ich kann es verstehen. Im Sommer herrscht hier sicher ein Menge Trubel und man will als Familie ja auch mal seine Ruhe haben.
Auf dem Weg zurück möchte ich noch etwas essen, denn wie gesagt: Im Wald schmeckt alles dreimal so gut. Als ob ich sie gerufen hätte, taucht am Wegesrand eine kleine, offene Blockhütte auf. Sie eignet sich perfekt und gibt einen wunderbaren Sitzplatz ab. Im Inneren liegen noch einige Balken und eine alte Säge. Genüsslich verzehre ich meine Stullen und werde von einem Eichhörnchen angemeckert. Anscheinend mag es keine Gesellschaft.
Abends mache ich es mir gemütlich und lese passend zum Tag etwas Astrid Lindgren. Ihre Bücher gehören in nahezu jedem schwedischen Ferienhaus zum guten Ton und meines macht hier keine Ausnahme.
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Video der Anreise samt Wanderung durch den Wald (englisch):
Ein typischer Tag in der Hütte:
Eindrücke aus der wundervollen Natur: