Wusstest Du, dass Du in Dänemark einfach so legal im Staatswald übernachten darfst? Und in ausgewählten Wäldern sogar mit Zelt und Kocher? Ja, richtig gelesen! Das „Jedermannsrecht“ gibt es in Dänemark nicht, aber man darf dort dennoch im Staatswald schlafen und zum Teil sogar noch sehr viel mehr. Die kompletten Hintergründe und Regelungen erfährst Du in diesem Beitrag.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Youtube.

Auf der Seite der dänischen Umweltbehörde wirst Du fündig. Dort ist aufgelistet, wie Du legal in Dänemark wild zelten kannst.

Zur Seite der Umweltbehörde

Du solltest die dänische Version der Seite nutzen und sie Dir von Deinem Browser übersetzen lassen. Die deutsche Version ist anscheinend an einigen Stellen veraltet und wird nicht so aktiv gepflegt wie die dänische Seite.

Leider sind die Informationen über verschiedene Unterseiten verstreut und auch nicht auf einen Blick ersichtlich. Deshalb habe ich mich entschlossen die Informationen zusammenzufassen. Ich übernehme natürlich keinerlei Gewähr für die Richtigkeit und werde diesen Beitrag auch nicht aktualisieren. Mache Dir also bitte selber noch mal ein Bild auf der Seite. Ich gehe davon aus, dass ich ziemlich gewissenhaft alles soweit ausklabüstert habe um es Dir zu präsentieren, aber Du solltest mir altem Sack nicht einfach blind glauben.

Es gibt auf der Seite verschiedene Kategorien, die ich Dir vorstellen möchte:

Freies übernachten im Staatswald

Wichtig sind dabei folgende Punkte:

  • Du darfst kein Zelt oder Tarp nutzen.
  • Biwaksack, Isomatte, Schlafsack und Hängematte gehen klar.
  • Lagerfeuer ist tabu.
  • Kocher ist tabu.
  • Du darfst nur für eine Nacht bleiben.

Das sogenannte „kostenlose Camping“

Die Umweltbehörde hat in 275 Wäldern die Möglichkeit des Zeltens eingerichtet. Es gelten aber auch dort gewisse Regeln und zwar:

  • Du darfst nur für eine Nacht bleiben.
  • Lagerfeuer ist tabu.
  • Du darfst maximal zwei Dreipersonenzelte aufstellen.
  • Das ganze darf nicht einsehbar sein von Waldwegen, Straßen oder Gebäuden. Du bist also quasi gezwungen, Dich zu verstecken. Ich glaube damit werden die wenigsten irgendein ein Problem haben. Man will ja seine Ruhe haben.
  • Du darfst einen Sturmkocher verwenden. Da verweist die Behörde ganz klar auf den Trangia – die Skandinavier lieben ihren Trangia. Wenn Du einen ähnlichen Kocher hast der allseitig geschlossen ist und auf dem gleichen ähnlichen Prinzip beruht, dann sollte das passen. Ein kippeliger Gaskocher ist tabu.

Generell gibt es in den Wäldern sehr viele offizielle Feuerstellen. Wenn Du also etwas versteckt, aber in der Nähe einer Feuerstelle Dein Lager aufschlägst, dann darfst Du dort natürlich ein Lagerfeuer machen, Kochen und Dich Aufwärmen. Das ist ein ganz guter Kompromiss.

Primitive Unterkünfte

Das sind ca. 500 Schutzhütten und Plätze die es in Dänemark gibt und dort hast Du wesentlich mehr Möglichkeiten. Manche dieser Schutzhütten lassen sich im Voraus buchen, andere verfahren nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, der mahlt zuerst“. Sollte kein Platz mehr in der Schutzhütte sein darfst Du natürlich Dein Zelt aufschlagen. Auch gut: An diesen Plätzen darfst Du maximal zwei Nächte bleiben. Fast immer gibt es eine offizielle Feuerstelle und manchmal auch eine Trinkwasserversorgung, zumindest in den warmen Monaten.

Gruppenunterkünfte

Diese sind für Dich eher nicht relevant. Sie müssen reserviert werden und sind für Pfadfindergruppen, Schulklassen und Kindergärten vorgesehen.

Aber wie plant man das?

Glücklicherweise gibt es auf der Seite der Umweltbehörde eine interaktive Karte, auf der Du Dir alle Einrichtungen anzeigen lassen kannst. Lediglich die Information, welches Gebiet ein Staatswald ist, habe ich vermisst.

Zur Karte

Die Karte kannst Du Dir natürlich auch wieder von Deinem Browser übersetzen lassen. Sie bietet eine Übersicht über kostenlose Zeltplätze, primitive Unterkünfte, Feuerstellen, Trinkwasserstellen und vieles mehr. Sie umfasst ganz Dänemark und oftmals gibt es eine Beschreibung mitsamt Fotos.

Es muss also nicht zwingend dass Jedermannsrecht sein. Die Möglichkeiten in Dänemark sind freilich reglementierter. Die Dänen haben nicht so viel Wald wie z.B. die Schweden und die Bevölkerungsdichte ist höher. Da kann man verstehen, dass sie das ein bisschen kanalisieren wollen. Aber dennoch ist das schon sehr sehr vorbildlich und man schlägt sich nicht mit irgendwelchen Grauzonen herum.

Da bleibt mir eigentlich nur noch, Dir viel Spaß in Dänemark zu wünschen. Im folgenden Video stelle ich übrigens einen dieser Plätze vor:

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In diesem Video zeige ich die Karte und beschreibe die Einrichtungen:

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